Spülungen
Bevor die Stauseen Sufers und Lago di Lei im Winter (Sufnersee 2011/12, Lago di Lei 2012/13)
entleert werden, müssen die Ausgleichsbecken Preda, Ferrera und Bärenburg zwingend gespült werden. Der Grund sind Feststoffe wie Geschiebe, Holz und Feinsedimente, die sich in den Stauanlagen abgelagert haben. Diese Feststoffe müssen generell von Zeit zu Zeit weiter transportiert werden, um die Funktion und Sicherheit der Schliessorgane der Stauhaltungen zu gewährleisten, oder auch um das ursprüngliche Stauvolumen im Becken beizubehalten.
Die Spülungen erfolgen – im Gegensatz zu den Entleerungen – bei hohem, natürlichem Wasserabfluss. Im Idealfall bei Hochwasser (Mai bis September), wenn die Flüsse bereits Material transportieren.
Vorsorgemassnahmen
Um Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen möglichst wenig zu beeinträchtigen, werden verschiedene Vorsorgemassnahmen getroffen:
- Häufiges Spülen: Dies bewirkt, dass die Auswirkungen geringer sind als bei Spülungen nach längeren Zeitabständen. Die auszutragende Geschiebemenge wird kleiner. Nach Möglichkeit soll mindestens eine Spülung pro Jahr erfolgen.
- Spülungen während der Schmelzwasserperiode mit erhöhten Zuflussmengen durch Niederschlag: Beeinträchtigen die Umwelt am geringsten. Gewässer transportieren ohnehin Material und sind bereits von Natur aus trüb.
- Ausreichende Nachspülungen mit sauberem Wasser: Unerwünschte Geschiebeablagerungen in den Fliessgewässern werden so ausgetragen.
- Langsames Wiedereinstauen und Rückgang der Wasserführung: Wasserlebewesen haben so genügend Zeit, mit dem rücklaufenden Wasser die Niederwasserrinne zu erreichen.
- Kontrolle der trockenfallenden Gewässerabschnitten beim Wiedereinstau. Falls nötig erfolgt eine Fischbergung in diesen Abschnitten.
- Fachliche Begleitung und Dokumentation des Spülablaufs: Dient der ständigen Optimierung der Spülkonzepte.


