KHR Kraftwerke Hinterrhein AG
Kraftwerke Hinterrhein KHR AG

Geschäftsbericht

Produktion Geschäftsjahr 2008/09

Im Geschäftsjahr 2008/09 ergaben sich über mehrere Monate überdurchschnittliche Niederschläge. Der Oktober und November waren insgesamt zu mild und zu nass. Im Einzugsgebiet unserer Anlagen fielen aufgrund grosser Stauniederschläge in den südlichen Alpen bis 160 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Im Dezember wurden ungewöhnlich grosse Schneemengen verzeichnet. Der Wintermonat Januar war geprägt von einer stabilen, niederschlagsarmen und sonnigen Hochdrucklage. Im Februar und März wiederholten sich immer wieder Wetterlagen mit südlichen Winden, welche feuchte Luft zur Alpensüdseite verfrachteten und somit im Einzugsgebiet grosse Niederschläge in Form von Schnee brachten. Der Winter 2008/09 präsentierte sich in den höheren Lagen am Alpensüdhang extrem schneereich. Der natürliche Zufluss entsprach für die ersten zwei Quartale dem Durchschnitt des langjährigen Mittels.

Anfangs März brachte eine erneute Südstaulage ergiebige Niederschläge. Der April leitete mit einem Schlag den Frühling ein. Mit den anhaltend frühsommerlichen Temperaturen war er einer der wärmsten Aprilmonate. Am Ende des Monates gab es im Einzugsgebiet heftige Niederschläge. Der Mai gehörte zu den  wärmsten der Datenreihen seit 1864. Infolge der Südströmung, mit welcher heisse und recht trockene Luft aus Nordafrika herangeführt wurde, fielen sehr geringe Niederschläge. Die Regenmenge betrug weniger als ein Drittel der normalen Regensumme. Im Juni kam es zu Beginn des Monates zu Stauregen gewitterigen Charakters und er brachte teils sehr grosse Niederschläge. Im dritten Quartal betrug der natürliche Zufluss aufgrund der Schneeschmelze 140 % des langjährigen Mittels.

Der Beginn des Sommers war geprägt von zahlreichen Störungsdurchgängen, welche einen nassen Juli mit heftigen Gewittern und überdurchschnittlichen Niederschlägen zur Folge hatte. Der August war extrem warm, überdurchschnittlich sonnig und niederschlagsarm. Das Hochdruckwetter dominierte und es wurden die höchsten Temperaturen des Jahres registriert. Im Einzugsgebiet fiel nur die Hälfte der normalen Niederschlagsmengen. Auch der September war mehrheitlich bestimmt durch Hochdruckwetter und somit überdurchschnittlich warm und trocken. Die natürlichen Zuflüsse lagen im vierten Quartal rund 20 % unter dem langjährigen Mittel.

Die Produktion loco Sils 220/380 kV belief sich auf 1’546 GWh. Dieser Wert lag bei rund 110 % des langjährigen Mittels von 1’402 GWh.
Der natürliche Zufluss in Sufers lag bei 108 % des langjährigen Mittelwertes. Dabei wurde mit rund 107 % mehr als im Durchschnitt gepumpt.
Insgesamt resultierte unter Berücksichtigung der eingesetzten Pumpenergie ein Energieumsatz von 1’654 GWh.
Die Speicherenergieabgabe betrug 826 GWh, entsprechend 113,10 % des Mittelwertes. Auf Laufenergie entfielen 670 GWh, dies entspricht rund 108 % des langjährigen Mittels.

Verlauf Speicherinhalt Valle di Lei

Der Inhalt des Hauptspeichers betrug am Anfang des Geschäftsjahres 183,1 Mio. m3, entsprechend 92,9 % des Nutzvolumens. Der tiefste Seestand wurde Ende April mit 40,2 Mio. m3 oder 20,4 % des nutzbaren Inhaltes erreicht. Am Ende des Geschäftsjahres 2008/09 betrug der Speicherinhalt 87,5 %. Dies entsprach einem Nutzvolumen von 172,3 Mio. m3.
 

380-kV- und 220-kV-Schaltanlagen Sils

Diese beiden Schaltanlagen bilden einen bedeutenden Knotenpunkt im schweizerischen und europäischen Verbundnetz. Sie befinden sich bei der Kraftwerkzentrale Sils und werden von uns betrieben und unterhalten. Die Steuerung erfolgt ab unserer Zentralen Leitstelle (ZLS).

Durch den Umbau der Schaltanlagen wurde ein separates Stationsleitsystem für die 220-kV- und 380-kV-Schaltanlagen, abgekoppelt vom Kraftwerksleitsystem, installiert.

Der Energieumsatz der beiden Freiluftschaltanlagen betrug 2008/2009  11‘483 GWh oder mehr als das 7-fache unserer Produktion. Gegenüber den Vorjahren ist der Umsatz infolge Umbau  rund 30 % tiefer.
 

KW Thusis und Talversorgung

Im KW Thusis werden das Dotierwasser Bärenburg und die Abflüsse des Zwischeneinzugsgebietes genutzt. Mit diesem «Restwasserkraftwerk» wird das Talversorgungsnetz reguliert und die 2008/09 erzeugte elektrische Energie von 19‘585 MWh wurde vollständig in dieses Netz eingespeist. Damit konnten die Energiebezüge der Konzessionsgemeinden und einzelner kleinerer Verbraucher von rund 56‘633 MWh (Vorjahr 55’254 MWh) nur noch zu einem kleinen Teil gedeckt werden. Der Energieverbrauch der Gemeinden nahm um 2,5 % zu.
Der Bezug von EWZ für die Belieferung aller ASTRA – Strassentunnels an der Strecke A-13 (Sils/Thusis – San-Bernardino Tunnel) sowie ihrer Rheinwaldgemeinden betrug insgesamt 5‘617 MWh. Zusammen mit der KHR-Konzessionsenergie wurde somit über das 60-/16-kV-Talversorugngsnetz 62‘250 MWh (Vorjahr 61‘416 MWh) transportiert, was einer Zunahme von 1,4 % entsprach.

 

Energieproduktion und Energieabgabe im Geschäftsjahr 2008/09

in GWh (ohne KW Thusis, Dotiergruppen Bärenburg und Sufers sowie Eigenbedarfsmaschinen)

Energieproduktion, GWh

Winter Sommer Total
Kraftwerk Ferrera 225.1 117.6 342.7
Kraftwerk Bärenburg 196.0 347.3 543.3
Kraftwerk Sils 231.1 437.2 668.3
Generatorproduktion 652.2 902.1 1'554.3
./. Trafo- und Leitungsverluste -3.9 -4.3 -8.2
Produktion loco Sils 220/380 kV 648.3 897.8 1'546.1
Durchschnitt 1962/63 - 2008/09, GWh     1'401.6
 
Energieabgabe, GWh      
Laufenergie 64.7 605.8 670.5
Speicherenergie 548.1 278.4 826.5
Abgabe an die Partner 612.8 884.2 1'497.0
Real- und Dotiersatz, Konzessionsenergie 35.5 13.6 49.1
Abgabe Total 648.3 897.8 1'546.1
Pumpenergieeinsatz, GWh 40.7 67.5 108.2
 
Total Energieumsatz Hauptbetrieb, GWh 689.0 965.3 1'654.3
 
Einphasenenergieabgabe an die Rhätische Bahn, GWh 20.4 21.0 41.4

 


Broschüre «53. Geschäftsbericht 2008/2009»

Download 53. Geschäftsbericht 2008/2009  pdf, 3.10 MB



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