Häufige Fragen
Weshalb müssen die KHR-Anlagen erneuert werden?
Nach über 45 Betriebsjahren ist die technische Lebensdauer vieler Anlageteile von KHR erreicht, teilweise bereits überschritten. Für die Gewährleistung der Betriebssicherheit und der Wirtschaftlichkeit bis zum Konzessionsende im Jahr 2042 ist eine Gesamterneuerung der KHR-Anlagen notwendig.
Wie viel kostet die Gesamterneuerung?
Die Gesamtkosten werden auf rund 275 Millionen Schweizer Franken geschätzt. Rund die Hälfte der Finanzierung beschafft KHR auf dem Kapitalmarkt. Der Rest wird eigenfinanziert. Ihren Partnern belastet KHR die Investitionen durch Abschreibungen über die laufenden Betriebskosten.
Wird im Zuge der Erneuerung die Leistung erhöht?
Die Leistung der Anlagen wird nicht erhöht, weshalb für die Sanierung keine Konzessionsänderung nötig ist. Dank moderner Technologien kann die Effizienz jedoch leicht gesteigert werden.
Steigen die Strompreise in den Konzessionsgemeinden?
Die Energiekosten für die Konzessionsgemeinden – Andeer (inkl. Clugin / Pignia), Avers, Casti-Wergenstein, Donat, Ferrera, Lohn, Mathon, Rongellen, Sils i.D., Fraktion Soglio der Gemeinde Bregaglia, Splügen (exkl. Fraktion Medels), Sufers, Thusis, Zillis/Reischen – sind in den Konzessionsverträgen geregelt und auf die Dauer der Konzession fixiert. Die Preise für die Endkunden gestalten die Konzessionsgemeinden jedoch selbstständig. KHR hat keinen Einfluss darauf.
Erhalten die Konzessionsgemeinden weniger Wasserzinsen?
Die Wasserwerksteuer (Kanton) und die Wasserzinsen (Gemeinden) werden in den Planjahren 2011/2012, 2012/13 und 2013/14 aufgrund der Produktionsabstellungen tiefer ausfallen. Allerdings sind die natürlichen Schwankungen der Wasserverhältnisse viel grösser als die erwarteten Wasserverluste – diese betragen etwa 180 Gigawattstunden (ca. 12% einer Jahresproduktion). Sollte während eines Kalenderjahres die Produktion durch die Gesamterneuerung und den natürlichen Zufluss sehr tief ausfallen, sind in den Konzessionen Mindestwasserzinse vereinbart. Kompensiert werden die Produktionsabstellungen aber auch durch die intensivere Bewirtschaftung und Seestandsführungen durch die KHR-Partner, vor allem in den Planjahren 2010/11, 2011/12 und 2012/13.
Hat die Gesamterneuerung Auswirkungen auf die Umwelt?
Die KHR setzt alles daran, damit die Auswirkungen der Erneuerung auf Umwelt und Bevölkerung möglichst gering sind und arbeitet daher eng mit Behörden, Umweltschutzorganisationen sowie mit Fischereiverbänden zusammen. Mit der ökologischen Begleitung des Umweltfachbüros «ecowert» wird ein konsequentes Monitoring durchgeführt. «ecowert» besorgt die erforderlichen Abklärungen und erstellt den Umweltbericht für die Gesamterneuerung der Kraftwerke Hinterrhein.
Gibt es Beeinträchtigungen für die Bevölkerung?
Die entleerten Stauseen verändern in den Wintern 2011/12 und 2012/13 das Landschaftsbild. Von 2011 respektive 2012 bis 2014 müssen die See-Fischer auf andere Fischgründe ausweichen.
Welche Vorteile gibt es für die Bevölkerung?
Die Region profitiert von der Erneuerung in Form von zusätzlichen Arbeitsplätzen und Aufträgen für das Gewerbe; der Kanton und die Konzessionsgemeinden ab 2042 von einer intakten Anlage.
Weshalb müssen die Stauseen entleert werden?
Nur bei einer kompletten See-Entleerung ist es möglich, alle sicherheitsrelevanten technischen Einrichtungen rund um die Seen zu erneuern. Es werden unter anderem Druckschächte und alle Maschinen mit neuem Korrosionsschutz versehen und Grossrevisionen an allen Hauptmaschinengruppen durchgeführt.
Wann werden die Stauseen entleert?
Sufers im Frühling 2011 (Vorentleerungen) sowie im Winter 2011/12 und eventuell 2012/13, Valle di Lei im Winter 2012/13, Preda 2012/13 und Ferrera 2013/14.
Sind Spülungen geplant?
Die Ausgleichsbecken Preda, Ferrera und Bärenburg werden regelmässig gespült. Eine Vorspülung des Sufnersees erfolgt im Frühling 2011.
Was ist der Unterschied zwischen einer Entleerung und einer Spülung von Stauseen?
Die Entleerung eines Stausees bezeichnet das vollständige Ablassen des Wassers für anstehende Kontroll-, Revisions- oder Baumassnahmen. Seeentleerungen können langsam über mehrere Tage und mit geringer Abflussmenge erfolgen. Sie sind nur punktuell notwendig. Spülungen zielen demgegenüber auf die Reinigung wichtiger Anlageteile, wie zum Beispiel des Grundablasses, um einen sicheren und effizienten Kraftwerkbetrieb zu ermöglichen. Da die Flüsse andauernd Geschiebe und Feinsedimente in die Stauhaltungen einschwemmen, müssen Spülungen regelmässig durchgeführt werden, idealerweise zu einem Zeitpunkt mit erhöhter Wasserführung, damit das Geschiebe und die Sedimente nicht im Becken zurückgehalten, sondern auf natürliche Weise in den Unterlauf der Gewässer weitertransportiert werden.
Was geschieht mit den Fischen in den Stauseen?
Das Amt für Jagd und Fischerei (AJF) hat wegen der Seeentleerungen seit mehreren Jahren keine Jungfische mehr ausgesetzt und im Jahr 2010 die Fischereibestimmungen gelockert. Seit Herbst 2010 wurde der Stausee Sufers intensiv ausgefischt. Als letzte Massnahme werden während den Entleerungen möglichst viele Fische aus den verbleibenden Wasserrinnsalen und Tümpeln geborgen und in andere Gewässer versetzt. Mit geringen Verlusten ist trotzdem zu rechnen. Nach Abschluss der Erneuerung kommt KHR für den Wiederbesatz auf (geplant: 2013 bis 2018). Die Fischerei soll nach Möglichkeit im Jahre 2014 wieder freigegeben werden.
Bis wann darf in den Stauseen gefischt werden?
Die Fischereibetriebsvorschriften für die Stauseen Sufers und Valle di Lei sind im Hinblick auf die See-Entleerungen und zur Ausdünnung des Fischbestands gelockert worden: Die aktuellen Eröffnungs- und Schlusszeiten für die Fischerei werden durch den Kanton Graubünden laufend publiziert. Gesetzliche Vorschriften
Wohin können Fischer ausweichen während der See-Entleerung?
Für den Sufnersee, der im Jahr 2011 entleert wird, sind der Lago di Lei im Hinterrheingebiet, der See Isola, die Bergseen und der See Doss im San Bernardinogebiet zur Seefischung die geeigneten Alternativen. Während der Entleerung des Lago di Lei im Winter 2012/2013 sind ebenfalls Ausweichmöglichkeiten für das Gebiet San Bernardino gegeben.
Gibt es alte Gebäude auf dem Grund der Seen, die zum Vorschein kommen werden?
Dies ist bei allen See- und Ausgleichsbecken-Entleerungen der KHR nicht der Fall.


