Zentrale Ferrera
Kraftpaket im Berginneren
![]() Kavernenzentrale Ferrera |
In der Kavernenzentrale Ferrera wird das im Stausee Valle di Lei gespeicherte Wasser der obersten Gefällsstufe turbiniert und durch den Überleitungsstollen Ferrera–Sufers in den Stausee Sufers geleitet. Bei einem maximalen Gefälle von 524 m können in drei Höchstdruck-Francisturbinen 45 m3/s verarbeitet werden. Die installierte Leistung beträgt 185 MW. Für so grosse Gefälle sind auch heute noch Peltonturbinen üblich, die Installation von Francisturbinen war beim Bau der Zentrale eine echte Pionierleistung. |
Die drei horizontalachsigen Maschinengruppen weisen noch eine andere Besonderheit auf: Die Generatoren sind zugleich Motoren für die Speicherpumpen, welche das im Ausgleichsbecken Ferrera gestaute Wasser aus dem Zwischeneinzugsgebiet ins Valle di Lei pumpen. Die maximale Pumpwassermenge beträgt 16 m3/s. Mit zwei vertikalachsigen Zubringerpumpen im Untergeschoss kann auch Wasser aus dem Stausee Sufers ins Ausgleichsbecken Ferrera bzw. zu den Speicherpumpen gefördert werden.
![]() Unterwasserschloss Ferrera |
Im engen Tal zwischen Ausser- und Innerferrera war es schwierig, einen geeigneten Standort für eine Zentrale zu finden. Andererseits ist der Fels dort trocken sowie ausserordentlich standfest – und damit grundsätzlich geeignet für den Bau einer Kavernenzentrale. Dank dem Einsatz von schneller laufenden Francisturbinen liess sich der Platzbedarf für die Maschinengruppen reduzieren, was schliesslich die Realisierung dieser Lösung ermöglichte. Durch diese günstige Anordnung konnten ausserdem einige zusätzliche Meter Gefälle gewonnen werden. |
Die Kaverne ist 143 m lang, 29 m breit und – im First gemessen – 24 m hoch. Zur Kaverne gehören ein 180 m langer Zugangsstollen, das Unterwasserschloss, ein Kabelstollen und mehrere andere Stollen für die Zu- und Ableitung des Wassers sowie für die Belüftung.
Seite drucken Seite weiterempfehlen




