Umwelt / Sicherheit

Gefahrenwarnung

Aufgrund der bestehenden Gefahr eines plötzlichen und unvorhersehbaren Anschwellens der Wassermenge raten die KHR von jeglichem Aufenthalt unterhalb von Wasserfassungen, Staumauern und Kraftwerken ab. In diesen Gefahrenzonen kann das Wasser jederzeit plötzlich stark ansteigen – auch bei schönem Wetter.

Gründe für einen plötzlichen Wasseranstieg:

  • Spülung von Becken und Wasserfassungen
  • Überlauf von Staubecken (starke Zuflüsse, Ausserbetriebsetzung von Kraftwerken)
  • Überlauf von Wasserfassungen (starke Zuflüsse, Ausserbetriebsetzung von Fassungen, Verstopfungen)
  • Bruch einer natürlichen Sperre (deponiertes Schwemmmaterial)
  • Niederschläge

Viele der technischen Massnahmen werden heute automatisch eingeleitet bzw. per Fernsteuerung aktiviert und sind deshalb nicht vorhersehbar. Für die betroffenen Gebiete wird keine spezielle Warnung ausgegeben. Auskünfte der KHR bezüglich Spülungen oder anderen vorgesehen Operationen dienen nur zur Orientierung und sind nicht verpflichtend. Damit wird in keinem Fall eine Erlaubnis zum Betreten der Gefahrenzonen erteilt. Die KHR können den Betrieb ihrer Anlagen nicht einschränken, um das Ausüben von Tätigkeiten im Gefahrenbereich zu ermöglichen. Wer sich in die Gefahrenzonen begibt, ist sich der möglichen Konsequenzen bewusst und übernimmt dafür die volle Verantwortung. Die KHR lehnen jegliche Verantwortung für Unfälle ab

Fischerei

Die Stauseen und die von den KHR genutzten Fliessgewässer sind die Heimat vieler Fische. Während die Fliessgewässer vorwiegend mit Bachforellen und Groppen besiedelt sind, beherbergen die Stauseen ausserdem See- und Regenbogenforellen, Seesaiblinge, Kanadische Saiblinge und Elritzen. Die Zusammensetzung des Fischbestands in den Seen beruht im Wesentlichen auf dem jeweiligen Fischbesatz, also auf dem gezielten Aussetzen von Jungfischen.

Der Wasserabfluss unterhalb von Kraftwerken fällt je nach Produktionszyklus unterschiedlich aus. Um die vielfältigen Funktionen des Fliessgewässers zu erhalten, wird von Stauseen stets eine minimale Wassermenge abgelassen – das sogenannte Dotierwasser. Die Menge des Dotierwassers ist gesetzlich geregelt und der jeweiligen Jahreszeit angepasst. Das Dotierwasser dient unter anderem dazu, das Grundwasser zu speisen, die Landschaft zu schützen – und den Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu erhalten. Die KHR sorgen mit modernen, präzise geregelten Dotieranlagen dafür, dass in den Gewässern unterhalb der Anlagen Bärenburg, Sufers und Ferrera stets genügend Wasser vorhanden ist und sich Flora und Fauna gesund entwickeln können.

Biosphären

Beim Bau der Anlagen der KHR wurde darauf geachtet, die ursprünglichen Biosphären nach Möglichkeit zu erhalten oder sogar zu verbessern. So stellt der Stausee Sufers heute eine echte Bereicherung der Landschaft dar: Fischer, Wanderer, Naturfreunde und Einheimische schätzen dieses künstliche Gewässer gleichermassen und möchten es nicht mehr missen. Ein anderes Beispiel für die gute Planung ist die Landwirtschaft in der Gemeinde Sufers: Dank einer weitsichtigen Gesamtmelioration vor und während der Bauzeit konnte die Produktion deutlich gesteigert werden.

Der Mühlebach in Andeer dient heute als Aufzuchtgewässer für Fische. Ermöglicht wurde dies durch eine umfassende Renaturierung, die von der Gemeinde Andeer in enger Zusammenarbeit mit dem Fischereiverein und den zuständigen Amtsstellen geplant und durchgeführt wurde. Die KHR haben dieses Projekt mitfinanziert.

Talsperren­überwachung

Der Zustand der Staumauern und deren Umgebung wird bei den KHR von speziell ausgebildeten Talsperrenwärtern kontrolliert und überwacht. Voraussetzungen für diesen Beruf sind eine abgeschlossene Lehre sowie Selbständigkeit und Zuverlässigkeit. Der Talsperrenwärter nimmt die visuellen Kontrollen der Stauanlage vor, führt die Messungen aus, führt die Funktionskontrollen an den mit beweglichen Organen versehenen Entlastungs- und Ablassvorrichtungen durch und verfolgt die Unterhaltsarbeiten. Der Sicherheit der Talsperren kommt oberste Priorität zu. Besondere Feststellungen und Ereignisse werden sofort an die zuständigen Fachpersonen und Behörden gemeldet.

Sämtliche Talsperren der KHR werden permanent und präzise überwacht. An der Staumauer Valle di Lei werden monatlich über 250 Messwerte erfasst. Hinzu kommen Messungen bei minimalem und maximalem Seestand, so dass sich ein Jahrestotal von ca. 4000 Messwerten ergibt.

Die Talsperre des Stausees Sufers und die Staumauern der drei Ausgleichsbecken werden von den KHR in ähnlichem Umfang überwacht und kontrolliert.

Sicherheit

Um die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Anlagen jederzeit zu gewährleisten, wird der Unterhalt von Turbinen, Generatoren und weiteren Ausrüstungsteilen von versierten Fachleuten durchgeführt. Fällt eine Komponente aus, sorgen die qualifizierten Handwerker der KHR mit ihrem Fachwissen für eine schnelle Behebung der Störung. Gründliche Maschinenkenntnisse, eine hohe Motivation, viel Verantwortungsbewusstsein und langjährige Erfahrung sind wichtige Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Fachhandwerker im Kraftwerksbetrieb. Neben einer abgeschlossenen Berufslehre als Maschinenmechaniker oder Elektriker erfordert dieser Beruf ein vertieftes Fachwissen sowie Erfahrung in den Bereichen Revision und Instandhaltung.

Zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit haben die KHR eigens die Position eines Sicherheitsbeauftragten geschaffen. Dieser Mitarbeiter setzt die Arbeitssicherheit im Betrieb gemäss den aktuellen Vorschriften der zuständigen Ämter auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene durch und sorgt für das Einhalten der speziellen Regeln, die von den KHR zur Aufrechterhaltung eines reibungslosen und sicheren Betrieb geschaffen worden sind.

naturemade

Dank der erwiesenermassen umweltfreundlichen Stromproduktion sind die KHR mit den Qualitätszeichen «naturemade basic» und «TÜV Erzeugung EE» zertifiziert. Diese beiden Labels attestieren dem Unternehmen, dass die Stromerzeugung gemäss den jeweiligen ökologischen Bestimmungen erfolgt.

Durch den Verkauf von Energie mit dem Zertifikat «naturemade» werden der Ausbau von neuen erneuerbaren Energien sowie die Ökologisierung der Wasserkraft in der Schweiz gefördert. Jeder Lieferant mit «naturemade»-Zertifizierung verpflichtet sich, einen bedeutenden Anteil seines Energieangebots aus neuen erneuerbaren Quellen bereitzustellen.

UMS (Umwelt­management­system)

Eine wesentliche Voraussetzung für die Zertifizierung mit dem Qualitätslabel «naturemade basic» ist die Einführung eines Umweltmanagementsystems (UMS). Im Wissen um ein gutes Umweltbewusstsein innerhalb des Unternehmens haben sich die KHR vor einigen Jahren zuversichtlich zu diesem Schritt entschieden und nach einem ausführlichen Audit für das neue UMS eine Zertifizierung gemäss ISO-Norm 14001:2004 erhalten.

Verantwortlich für das Aufrechterhalten und für die Pflege des UMS ist ein internes Team. In einem Jahresbericht werden sowohl das Umweltbewusstsein im Unternehmen als auch der kontinuierliche Verbesserungsprozess dokumentiert. Dieser Bericht dient als Grundlage für das jährliche Wiederholungsaudit, das für den Fortbestand des Zertifikats notwendig ist. Der Erfolg des UMS beruht hauptsächlich auf der Arbeit aller Beteiligten; die KHR sind mit den bisher erreichten Massnahmen denn auch sehr zufrieden.

Die Dokumentation zur Umweltpolitik der Kraftwerke Hinterrhein kann mittels schriftlicher Anfrage bezogen werden.